Da klebt
was im
Barnstorfer Weg
Der Barnstorfer Weg ist eine große Galerie. Wände, Schilder und Automaten sind übersät mit Aufklebern. Jede Ecke ist ein Freiraum und wird von verschiedenen Künstlern genutzt. Purer Non­sens oder tief­grün­dige Kri­tik, oft ist nicht klar, was die Sti­cker aus­sa­gen sol­len. Meist ver­birgt sich mehr dahin­ter als der bloße Schein ver­mu­ten lässt, eine Suche nach den Hintergründen.

Ein Spaziergang.
 

Bei den Schüler- und Studentenprotesten der 70er Jahre entstanden sogenannte Sponti-Sprüche. Dabei werden alltägliche Sprichwörter provokativ verändert und überall verbreitet. Die meisten der Sprüche haben ihren Ursprung in Demonstrationen und sind politisch motiviert.

 von Anne Sammler und Simon Voigt
 

Da die Sponti-Sprüche heutzutage fast ausgestorben sind, hat sich die forschungsgruppe kunst diese als Projekt für den Dezember 2013 genommen und somit den Kampf gegen die kryptischen Graffiti-Sprayer aufgenommen. „In dem Projekt SPONTIGRAMM möchten wir mit den in der Stadt verteilten Stickern, die literarischen Arbeiten aus dem Untergrund der Vergangenheit wieder aufleben lassen“, so die Kunstgruppe über ihre Arbeit. Das Team setzt sich aus unterschiedlichen Personen zusammen, die je nach Projekt variieren. Sie beschreiben sich als „offene, temporäre, interdisziplinäre Arbeitsgruppe mit regionalem Bezug“. 24 Äußerungen haben sie zusammengesammelt.

 Lieb Sein
 KTVkiez
 

Die facebook-Seite informiert die Kiezbewohner über Ausgehmöglichkeiten, postet StreetArt, ruft zu Debatten auf oder findet skurrile Nachbarsgeschichten heraus. Dieses Werbeposter soll aber nicht von den Machern der Seite stammen. Mit dem Titel „Ich verscherbel mein Viertel bei Facebook, weil ich ein Eierkopf bin“ bleibt die Frage offen, ob das selbstironisch oder kritisch gemeint ist. Jedoch bedankten sich die Herausgeber für die „kostenlose Werbung“.

 Rosige Zeiten
 Spontigramme
 

Die forschungsgruppe kunst kritisierte im November 2012 die kommunale Kulturpolitik. Auf den 500 Aufklebern, die überall in Rostock verteilt wurden, sind Oberbürgermeister Roland Methling, Kultursenatorin Liane Melzer und Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens zu sehen. Acht der kulturpolitischen Forderungen legten die Künstler den Politikern überspitzt in den Mund.

 

Dieser Slogan trat zum ersten Mal in Hamburg auf und hat sich weiter verbreitet. Meist findet man die Sticker neben anderen Graffitis oder ganz versteckt als Suchbild für die Passanten.

 Hansa Rostock
Die meisten Aufkleber haben die Anhänger des FC Hansa Rostock verteilt. Fankultur trifft auf fähige Grafiker und die Vielfalt kennt keine Grenzen.